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Rinsumageest (1150 Einwohner) entstand als Straßendorf auf einem Sandrücken (daher der begriff Geest im Namen des Dorfes). Hier ließen sich Adelige nieder, die die Gründer der Herrensitze von von Juwsmastate, Eysingastate, Melkamastate und Tjaardastate im Dorf oder in der Nähe davon gründeten. Dadurch war Rinsumageest ein vornehmes Dorf. Im Mittelalter wurde hier auch das Zisterzienser-Kloster Klaarkamp (1165-1580) gegründet; es wurde später eins der größten Klöster Frieslands.

Ab dem 17. Jh. entwickelte sich das Dorf vor allem entlang des Flüsschens Murk. Von hier aus wurde ein Kanal gegraben mit einem 1848 angelegten Weg (trekvaart). Auf diesen Wegen gingen Pferde und zogen die Schuten. In Rinsumageest wurde dann auch die Gemeindeverwaltung aufgebaut. Die Herberge, die auch als Gericht benutzt wurde, steht an der Ecke Rechthuisstraat und Van Aylvaweg und wurde wahrscheinlich um 1700 gebaut.

Erst als 1881 ein neues Rathaus in Damwoude entstand, verlor Rinsumageest seine Funktion als Sitz der Gemeindeverwaltung. Geblieben ist der vornehme Charakter des Dorfes mit ehrbaren Bürgerhäusern entlang der Murk. Und das, obwohl die Herrensitze inzwischen allesamt abgerissen wurden: das Schloss Tjaardastate im Jahr 1834. Die Eysengastate war schon 1804 abgebrannt. Geblieben ist auch die Kirche (ca. 1100), erweitert um ein Kirchenschiff (12. Jh.); ein mysteriöser Raum, sagt man. Die Dorfchronik vermutet, dass an der Stelle, wo heute die Kirche des Dorfes steht, in vorchristlicher Zeit heidnische Rituale abgehalten wurden. Unterhalb des Kirchenchors wurde eine Krypta gegraben (wahrscheinlich 15. Jh.); der Kirchturm kam 1610 hinzu.

Schalsum (120 Einwohner) liegt im Osten von Franeker und bildete mit Boer, Ried, Peins und Zweins die so genannten fünf Franeker Vijvgas, die nördlichen Dörfer der Flachlandgemeinde Franekeradeel. Es scheint sich um ein Straßendorf entlang des Weges nach Menaldumadeel zu handeln, ist aber in Wirklichkeit ein Terpdorf. Der nicht ganz so hohe Wohnhügel bietet vor allem der Kirche und dem Friedhof Platz. Auf dem Weg dorthin steht das mächtige (frühere) Pastorat, ein Bauwerk mit vielen Stilelementen aus dem 19. Jh. Das Gebäude erhebt sich in zwei Bauformationen; die Wände sehen so aus, als ob sie aus großen Natursteinblöcken gebaut seien. Der mittlere Teil hat eine doppelte Tür mit einem Balkon darüber.

Die Kirche wurde Ende des 12., Anfang des 13.Jh. gebaut. An der südlichen Seite zeigt sie sich in ihrer Ursprünglichkeit, eine historischer Teppich. Große Spitzbogenfenster, aber auch Spuren kleiner Rundbogenfenster. Die Nordwand der Kirche ist neueren Datums, bestehend aus gelben Steinen und großen Fenstern. Der Kirchenchor ist halbrund geschlossen, oberhalb der Fenster scheint es aber in ein 5/8-System überzugehen. Das Dach wird gebildet von blauen Lucas-IJsbrand-Dachpfannen.

Im Innern der Kirche fällt die Kanzel aus dem Jahr 1711 mit geschnitzten Panelen aus Eiche auf; die Orgel stammt aus den Anfangsjahren des 19. Jh. Der Turm scheint aus dem 19. Jh., weil er in dieser Zeit von drei Seiten ummantelt worden ist. Allerdings weiß man, dass er im 18. Jh. noch vollständig mit Kletterpflanzen umgeben war. Damals charakterisierte man ihn mit dem Sprichwort: „Zu Schalsum steht ein Kletterbaum“.

Scharnegoutum (1500 Einwohner) ist ein am östlichen Rand des früheren Mittelmeers gelegenes Terpdorf, von dem die Strukturen und das Profil noch gut zu erkennen sind. Der Fuß der Terp, die hinter der Brücke über die Zwette neben der Durchgangsstraße zwischen Leeuwarden und Sneek verläuft, ist am aufsteigenden Vorgarten des klassischen Pastorats. Man hat hier Funde gemacht, die aus dem 4. und 7. Jh. stammen müssen. Während der Eindeichung des früheren niederländischen Mittelmeers wurde die Terp in den Deichkomplex aufgenommen.

Am alten Kanal und der Straße von Leeuwarden und Sneek standen ursprünglich Häuser und waren Arbeitsplätze entstanden; um die Kirchterp herum war vor knapp 150 Jahren noch kaum Wohnbebauung zu finden. Auf der Deichseite nahe der Brücke findet sich die alte, in früheren Jahren stark frequentierte Herberge des Ortes; auf der anderen Seite der Zwette steht die alte Molkerei, heute nicht mehr in ursprünglicher Funktion.

Die Kirche, die 1884 am Kreuzungspunkt im Dorf entstanden ist, wirkt genauso wenig wie ein Architekturwunder wie die Reformierte Kirche aus dem Jahr 1861. Trotzdem fällt hier die gescheite Mischung verschiedener Baustile auf. Das Gebäude auf der durch Bäume umsäumten Terp stammt aus der Werkstatt des Sneeker Architekten Miense Molenaar. Besonders beeindruckend die großen Rundbogenfenster im graubraunen Mauerwerk der Kirche. Nahe dem Kirchengebäude mit den schweren Turmgrundpfeilern erweckt das Elim-Versammlungsgebäude in der Architektur der Amsterdamer Schule die Aufmerksamkeit des Betrachters.

Nach Kriegsende breitete sich das Dorf vornehmlich in südwestlicher Richtung aus, später auch an der Nordseite. Entlang der Bahnstrecke entstand ein neues Industriegebiet. Vergangenheit ist das 1233 von Bloemenkamp gegründete Frauenkloster Aula Die (Nijekloster); auf dem hohen Wohnhügel stehen nun einige Bauernhöfe und Häuser.


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