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Das Terpdorf Britswert unterhält seit Jahr und Tag eine kirchliche und kulturelle Verbindung mit dem eineinhalb Kilometer entfernten Nachbarort Wiuwert hat den Kaatsplatz, Britswert die Eisbahn. Britswert lag zwischen zwei inzwischen trockengelegten Seen (1885): im Süden das Swaanwerdermeer und Rietmeer und im Nordwesten das Britswerdermeer. Von den Gebäuden gegenüber der Kirche auf der Terp fallen zwei besonders auf: die breite Pastoratswohnung und das vorzüglich erhalten gebliebene, eher schlanke Schulgebäude mit sechs großen Fenstern und einem großen Schornstein. Weil der Durchgangsverkehr über den Kleasterdyk um Britswert geführt wird, ist es an der Straße Buorren im Westen sehr ruhig. Kleine Wohnungen, kleine Häuschen mit Gärten, daneben Gebäude, die mal Lagerhaus, mal Wohnungen zu sein gewesen schienen. Händler in Sachen Molkerei-Produkte haben hier gelebt. Die Buorren zeigt sich in großer Variationsbreite hinsichtlich ihrer alten und neuen Bebauung.

Auf dem weitläufigen Friedhof des Ortes steht die Sint-Joriskerk (Ende 12. Jh.) mit dem 1889 runderneuerten Turm. Der Baustil zeigt sich als der für die damalige Zeit typische Mischmasch. Den südlichen Eingang ziert ein Wappenstein von Junker Ernst van Aylva (1753). Im Sommer bietet die spätromanische Kirche Schauplatz von Britswert bildenden Künstlern eine interessante Ausstellungsfläche im 120-Seelen-Dorf.

Im Westen des Ortes zu beiden Seiten der Franekervaart liegt das Wohnviertel Kromwal. Während noch im 19. Jh. Schiffe für die Berufsschifffahrt hier produziert wurden, werden die alten Fabrikgebäude heute für Freizeitaktivitäten genutzt. Bis 1863 gab es am Kromwal noch ein Wiedertäufer-Denkmal, das steht nun aber im westlich gelegenen Itens.

Diese Abschlussdeichdörfer sind die Jüngsten: Während man Kornwerderzand (22 Einwohner) aus räumlichen und gesellschaftlichen Gründen noch so genannt werden kann, trifft das für Breezanddijk (4 Einwohner) kaum zu. Doch Breezanddijk erhielt den Dorfstatus aus verwaltungstechnischen viel leichter. Die Bewohner beider Dörfer arbeiten am Deich und bei den Schleusen; beide Dörfer wurden auf so genannten Arbeitsinseln gegründet. Von hier aus wurden die Arbeiten am Abschlussdeich (fertig gestellt 1932) durchgeführt.

Bei Kornwerderzand gibt es eine doppelte Schutzschleuse mit Vor- und Binnenhafen und einer Reihe von Spülschleusen. Dieser Schleusenkomplex entstand zwischen 1928 und 1932, benannt nach Prof. Hendrik Antoon Lorentz. Sie wurden entworfen von Ir. Dirk Roosenburg, der als Berater für die das Büro Zuiderzeewerken tätig war. Sie gelten als Beispiel für das Bauen in eingefasstem Beton. Um die darin befindlichen Schleusen noch bessre zu schützen, wurden ab 1931 verschiedene Bunker gebaut, die Stellung Kornwerderzand.

Während des Baus des Abschlussdeiches entwickelte sich auf der 30 Hektar großen Insel ein Dorf mit einigen hundert Einwohnern; die meisten von ihnen arbeiteten bei den Zuiderzeewerken, aber auch Zulieferer- und Versorgungsbetriebe ließen sich nieder. Es entstand eine isolierte Gesellschaft, zwar mit Strom, aber ohne Telefon. Eine Krankenstation, eine kleine Schule, ein Laden einschließlich Friseur und Poststelle – nicht zu vergessen eine katholische und eine protestantische Kirche, die gebaut wurden sowie Tankstelle und Hotelpension in einer Holzbaracke. 1928 wurden auch Häuser fürs Schleusenpersonal errichtet.

Während der Besatzungszeit durch Nazi-Deutschland kamen einige Bunker hinzu. An Kornwerderzand ging der Krieg nicht spurlos vorbei; das Hotel aus Hotel brannte 1940 ab, Häuser mussten geräumt werden, da sie im Schussfeld standen. Das ist Vergangenheit; Breezanddijk ist eine Arbeitsinsel mit einem Hafen an der IJsselmeerseite, und im Sommer beherrschen Camper und Angler die Szenerie.

Das kleinstädtische Dörfchen Berlikum entstand an den Ufern der Ried an der Einmündung in die Middelzee. Die zu Beginn unserer Zeitrechnung sich entwickelnde Niederlassung besteht eigentlich aus zwei Dörfern, Berlikum und Tutgum. Aber nur Berlikum wurde zur Handelsniederlassung, hatte sogar mal Stadtrechte (14./15. Jh.). Ob es aber als zwölfte friesische Stadt geführt werden darf – darüber streiten sich die Historiker heute noch. Gartenbau und Obstwirtschaft prägten das Leben der Menschen von Berlikum; heute sind dies etwa 2500. Klassische Landwirtschaft fehlt hier.

Die Straße Buorren weist eine sehr abwechslungsreiche Bebauung auf; der zugeschüttete Hafen It Dok ist heute eine echte Sehenswürdigkeit. In Richtung Franekeradeel breitete sich Berlikum kontinuierlich aus. Auf dem früheren Middelzee-Deich wurde ein Weg nach Beetgum angelegt. Die Bebauung aus dem 19. Jh. zu bedien Seiten des Bitgumerdyk bildet ein freundliches, offenes Entree für Besucher von Berlikum. An der Kreuzung zum Weg nach Sint-Annaparochie errichtete man 1889 eine Molkerei; nördlich davon stand der Landsitz Hemmemastate (bis 1747). Familienmitglieder spielten immer wieder eine große Rolle in der Geschichte der Region.

Die Reformierte Kirche am westlichen Ende der Straße Buorren ist ein achteckiger Bau und einem hölzernen Glockenstuhl. Das Gebäude wurde1777/79 im Ludwig-XVI-Stil errichtet; Harlingens Stadtarchitekt Willem Douwes leitete die Arbeiten. Im Innenraum der Kirche fallen die vier tragenden Säulen auf. Neben der Kirche das dem Neoklassizismus verpflichtete Pastorat (1863), dazu das viele verschiedene Baustile vereinende Konsistorium aus dem Jahr 1908.

Die Wiedertäuferkirche von Berlikum ist eine neoklassizistische Saalkirche, entstand 1841. Gemüse- und Obstanbau haben in Berlikum eine lange Tradition. Davon zeugt die 1899 gegründete Versteigerung von Berlikum. Ältester Gemüsebetrieb der Region ist der von Familie Schiphof mehr als 100 Jahre. Der Großteil der Ernte (vor allem Paprika und Gurken) geht ins Ausland.

Das Straßendorf Bakkeveen mit heute mehr als 2000 Einwohnern entstand im Mittelalter nahe des Klosters Marienhof, als Brennstofflieferant für die Mönche. Aber sogar in der Steinzeit lag Bakkeveen an einer bedeutenden Verkehrsroute. Durch den Bau der Bakkeveensevaart im 17. Jh. entwickelte sich der Torfabstich zur bedeutendsten Einnahmequelle. An der Kreuzung von Straße und Wasserweg ließen sich Arbeiter nieder, ohne dass man von einem Ort sprechen konnte. Das veränderte sich als Tjaerd van Aylva 1732 eine Kirche bauen ließ. Der Besitzer des Moores und Gemeindevorsteher zentralisierte die Bebauung im heutigen Bakkeveen. Auch nach Beendigung des Torfabstichs ging das Leben in Bakkeveen weiter; 400 Meter links und rechts der Bakkeveensevaart wurde das Land kultiviert. Einige Bauernhöfe aus dieser Zeit geben Kunde vom Pioniergeist der Menschen: Weverswal 13 (aus dem Jahr 1753), Foarwurk Wei 5 (1784) oder Boszicht am Weverswal 32.

Tjaerd van Aylva hat Bakkeveen begrüpndet und ist wahrscheinlich auch Bauherr vom Blauwhuis (1837, Foarwurker Wie). Später hat die Familie Burmania auch Wälder angelegt; ein Kriegsübungsspielplatz aus dieser Zeit wurde sogar unlängst restauriert.

Aus einem früheren Bauernhof entstand 1922 für die Familie Van der Goes-Van Harinxma thoe Slooten ein Landhaus, seit 1986 eine Gaststätte. Im damaligen Kutschhaus hat der Fremdenverkehrsverein VVV seinen Sitz.

Der einzige friesische Schafsstall steht heute im seit 1910 selbstständigen Dorf Bakkeveen.

Das Kriegsdenkmal von Allardsoog erinnert an den Künstler Hendrik Werkman, der 1945 in Bakkeveen zusammen mit neun anderen Niederländern kurz vor Kriegsende erschossen wurde.

Arum entstand als Terpdorf am Sytzemaweg und an der quer laufende Arumervaart. Am Schoolsingel sind noch Überbleibsel des Armenhauses aus dem Jahr 1662 zu sehen: ein schöner Giebelstein und kleines Schulgebäude mit Spitzbogenfenstern (1832). Der Merksatz auf einem Gedenkstein:

‘Hier vind ge o Jeugd een onderwijs – Hier findest Du in Deiner Jugend Bildung
Gerigt naar u verstand – entsprechend Deines Verstandes
Gebruik met vlijt dit gunstbewijs – Gebruahce mit Fleiß diesen Gunstbeweis
Zoo komt gij ras tot stand – so wird schnell was aus Dir’

Im östlichen Teil des Dorfes ein Kaatsplatz für das friesische Nationalspiel; die Häuser nahe der Kirche stammen zum Teil noch aus dem 19. Jh. Weniger friedlich ging es 1380 hier zu, als sich Mönche zweier Bruderschaften eine erbitterte Schlacht lieferten. 130 Menschen sollen dabei umgekommen sein. Die Herberge De Gekroonde Leeuw mit charakteristischem gläsernen Erker wurde in derselben Zeit gebaut; lange Zeit war sie der Haltepunkt der Straßenbahn von Bolsward nach Harlingen.

Die Kirche des Dorfes steht auf einem frei gelegenen Friedhof; zweimal wurde die Kirche durch Blitzschläge zerstört, zuletzt 1836. Architekt Thomas Romein entwarf die heutige Kirche unmitelbar danach im Jahr 1837. Das Interieur der nach neoiklassizistischem Vorbild erbauten Kirche ist einfach, auffallend die Bänke der Familie Cammingha. Der große Bauernhof der Familie (Camminghastate) ist am südlichen Dorfrand auch heute noch eine Sehenswürdigkeit.

Allingawier ist ein kleines Terpdorf, das in den Quellen 1270 als Alingwere vorkommt, wahrscheinlich aber viel älter ist. Es lag und liegt zwischen Seen und war deshalb immer gefährdet. Die Menschen ernährten sich vom Fischfang; andere nannten es einen „schrecklichen Ort“. Der so genannte Jakle-Set im Süden des Dorfes verdankt seinen Namen Jackle Feddes, der als Kämpfer für die Fettkäufer diesen strategischen beherrschte. Makkumer und Parregaster See wurden 1876 bis 1879 trockengelegt; damals entstand zwischen Grote Zijlroede (Makkumervaart) und Workumervaart bei Tjerkwerd ein Schifffahrtskanal.

Durch die Trockenlegungen kam Allingawier auf einmal mitten auf der Wiese zu liegen; das Zentrum besteht aus kleinen Häuschen und Bauernhöfen, recht unsymmetrisch angelegt. Die Kirche aus dem Jahr 1634 wurde 150 Jahre später umgebaut, das Interieur ist schlichtes Eichenholz, die Glocke stammt aus dem Jahr 1599, in den Wirren des Zweiten Weltkrieges gestohlen – aber seit 1945 wieder an ihrem Platz, wie die Chronik des nicht einmal 100 Einwohner zählenden Dorfes vermeldet. Nach der protestantischen Abtrennung wandte sich ein großer Teil der Bevölkerung von den streng Reformierten ab; die benutzten anfangs die alte Kirche, bauten später ein deutlich kleinere Version am südlichen Rand des Dorfes. Dieses Gebäude ist Empfangsraum für Besucher der Aldfaers Erf Route; die Schöpfungsgeschichte wird hier erzählt. Daneben zählt ein Museumsbauernhof (Die Eiserne Kuh) von Anfang des 18. Jh. dazu, eine Bäckerei mit Kaffeehaus, die Schmiede, ein Atelier und eine Tagelöhner-Unterkunft zu den Teilen dieser Route. Das Herrenhaus Allingastate ist einem Gebäude aus dem 17. Jh. nachempfunden.

Teerns (mit dem Nachbardorf Hempens zusammen etwa 220 Einwohner) ist ein Dorf, das durch die Geschichte Unrecht bekommen hat. Ursprünglich zählte es als Viertel zu Goutum, aber als es ein eigenes Kirchengebäude erhielt, wurde Teerns selbstständiges Dorf. Nachdem Kirchenabriss blieben Friedhof und Glockenstuhl übrig, aber auch das gibt es heute nicht mehr. Im Osten des kleinen Teerns ist in der Nähe des Kanals Nauwe Greuns ein Viertel entstanden, das immer noch den Namen des alten Dorfes trägt. Dieses Teerns ist eine Viertel mit einem Bauernhof und einer Anzahl Häusern entlang des Hempenserdyk und einige Häusern und einem Schuppen an der Nauwe Geurns.

In Teerns gibt es zudem eine Drehbrücke aus Stahl, die beide Teile des Dorfes verbindet. In einer Quelle aus dem Jahr 1463 wurde schon eine „Ochsenbrücke“ erwähnt; später, 1584, ist die Rede von einer hölzernen Drehbrücke, noch später von einer kleinen Fähre für die Überfahrt. Der Transport übers Wasser war damals von großer Bedeutung. Der Kanal Nauwe Greuns bildete die Verbindung von Hempens und Teerns mit Leeuwarden; es war sogar die wichtigste Verbindung von Leeuwarden aus in Richtung Süden.

Heute liegt an der Stelle eine 1890/91 erbaute stählerne Drehbrücke, symmetrisch ausbalanciert auf einem runden Pfeiler. Auf der Seite von Teerns liegt ein festes Brückenteil. Der Drehsteiger liegt auf der anderen Seite der Brücke. Per Hand ist von hier aus die Brücke zu öffnen und zu schließen. Das Hempensermeer wurde 1784/85 trocken gepumpt. Der Polder wurde nicht mehr unter Wasser gesetzt; allerdings ist nördlich davon ein neuer See entstanden: die Teernserwielen.


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